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15-01-2020

Die HSA sucht Walliser Regenbogenfamilien für Forschungsprojekt

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Regenbogenfamilien © Dachverband Regenbogenfamilien
Regenbogenfamilien

Familien, in denen sich mindestens ein Elternteil als lesbisch, schwul, bisexuell, queer oder transgender definiert, stehen in der Schweiz vor besonderen Herausforderungen. Mit einem Forschungsprojekt untersuchen die HSA der HES-SO Valais-Wallis und die Hochschule Luzern die Situation von Regenbogenfamilien im Kanton Wallis. Die Forschungsgruppe sucht Familien, die sich an der Erhebung beteiligen.

Das Projekt gibt Regenbogenfamilien die Möglichkeit, ihre Lebenssituation selbstbestimmt zu beforschen. «Wir haben festgestellt, dass wir nur wenig über die Anliegen von Regenbogenfamilien im Wallis wissen» erklärt Maria von Känel vom Dachverband Regenbogenfamilien. Von Känel, die das Projekt mitkoordiniert, sieht ein grosses Potenzial in der Forschung für die ganze Schweiz. «Unsere bisherige Vereinsarbeit hat gezeigt, dass der Austausch von Gleichgesinnten die Lebensqualität der einzelnen Familien erhöht. Da die strukturellen Gegebenheiten in der Schweiz sehr unterschiedlich sind, braucht es einfache Mittel, um eine Infrastruktur aufzubauen und eine Vernetzung zu ermöglichen». Aus dem Projekt entsteht ein Forschungstoolkit, das für Regenbogenfamilien in der ganzen Schweiz angewendet werden kann.

«Wir arbeiten mit einer sehr unkonventionellen Forschungsmethode. Alle Entscheidungen werden von den Regenbogenfamilien selber getroffen. Eltern und erwachsene Kinder können das Projekt aktiv mitgestalten. Sie können Teil des Entscheidungsgremiums werden oder sich als Forschende betätigen», erklärt Stefanie Boulila, Projektleiterin an der Hochschule Luzern. Christiane Carri, Projektleiterin an der HSA der HES-SO Valais-Wallis ergänzt: «Wir wollen die Hierarchie zwischen den Forschenden und denen, die erforscht werden, umdrehen. Unsere Rolle ist es, das Entscheidungsgremium zu beraten und die Teilnehmenden in Methoden auszubilden und zu begleiten».

Alle Familien, in denen sich mindestens ein Elternteil als lesbisch, schwul, bisexuell, queer oder transgender definiert, können an der Ergebung teilnehmen. Vorkenntnisse sind nicht notwendig. Interessierte Familien können sich per Email an rainbowfamilies@hevs.ch wenden.

Das Projekt mit dem Titel «Capacity Building for Rainbow Families in Switzerland and Beyond» wird vom Schweizerische Nationalfonds unterstützt.